Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Eltern, liebe Schulangehörige,
gegen den Willen der Mehrheit der Jugendlichen hat der Bundestag einen ersten Schritt zur Wiedereinführung der Wehrpflicht und weiterer Zwangsdienste beschlossen. Am selben Tag waren bereits über 55.000 Schülerinnen und Schüler dagegen auf der Straße und haben ihre Schule bestreikt. Am 05.03.2026 findet nun der zweite bundesweite "Schulstreik gegen Wehrpflicht" statt, vermutlich auch eurer/Ihrer Nähe.
Eine ständig wachsende übersicht über teilnehmende Städte gibt es auf der Webseite Schulstreik gegen Wehrpflicht. Der Schulstreik wird von lokalen Streikkomitees oder -Initiativen organisiert.
Am 14.02.2026 versammelten sich auf einer Schulstreikkonferenz mehr als 250 Jugendliche aus mehr als 70 Städten in Göttingen zur ersten bundesweiten Schulstreikkonferenz und diskutierten, wie sie den 05.03.2026 zum Erfolg und die Bewegung gegen die Wehrpflicht weiterentwickeln können. Sie einigten sich unter anderem auf eine gemeinsame Resolution, die z.B. unter Nie-wieder-Krieg.org abrufbar ist.
Kontakt zur bundesweiten Initiative kann über die Schulstreik-Webseite sowie den Instagram-Kanal schulstreikgegenwehrpflicht aufgenommen werden.
Mit freundlichen Grüßen
Jens Meyer
Unterstützungsinitiative Schulstreik Info
Hinweis an Schüler*innen
Auch jetzt könnt ihr noch in die Mobilisierung einsteigen. Tut euch zusammen, meldet eine Demo an, nehmt Kontakt zu solidarischen Eltern, Lehrerinnen und Lehrern oder Friedensbewegten auf. Verbreitet den zentralen Aufruf, den ihr als Flyervorlage auf der bundesweiten Seite findet. Oder nehmt einfach Kontakt zum bundesweiten Insta-Account auf.
Als Schülerin oder Schüler habt auch ihr das Recht eure Meinung frei zu äußern und politische Mittel zu ergreifen, um gehört zu werden. Eine Möglichkeit stellt der kommende Schulstreik gegen Wehrpflicht am 05.03.2026 dar. Manche Schulleitungen sehen es nicht gern, wenn Jugendliche eine klare Meinung haben, aber wenn 30, 50, 100 Schülerinnen und Schüler streiken, was will die Schulleitung tun? Alle suspendieren? Informiert euch über geplante Aktionen in eurer Stadt und Region.
Hinweis an Lehrkräfte
Auch Sie als Lehrerinnen und Lehrer können Ihre Schülerinnen und Schüler bei der Wahrnehmung ihres Rechtes auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit unterstützen. Denn Schülerinnen und Schüler, die an diesem Tag demonstrieren, bleiben nicht einfach dem Unterricht fern, sondern treten aktiv für Frieden, für Geld für Bildung und für ihre unmittelbarsten Rechte und ihre Zukunft ein. Verschieben Sie Arbeiten und Kontrollen auf einen anderen Tag, gehen Sie gemeinsam mit Ihren Schülerinnen und Schülern als Klassenausflug auf die Streikdemonstration.
Die DGB Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) positioniert sich klar gegen die Wehrpflicht. "Wir stellen uns einer weiteren Militarisierung der Bildung und Gesellschaft klar entgegen. Eine Wehrpflicht darf es nicht geben." beschloss sie bereits auf ihrem Gewerkschaftstag im Mai 2025. Auch in einer Presseerklärung zum 05.12.2025 stellte sie klar, dass sie die Auseinandersetzung von Schülerinnen und Schülern mit tagespolitischen Themen im Unterricht klar befürwortet und die Streiks vom 05.12.2025 als einen klaren Ausdruck der Ablehnung tausender direkt betroffener junger Menschen sieht (vgl. GEW-Pressemitteilung).
Hinweis an Eltern
Auch Sie als Schulnahe können die Schülerinnen und Schüler ihrer Schule bei der Wahrnehmung ihres Rechtes auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit unterstützen. Denn Schülerinnen und Schüler, die an diesem Tag demonstrieren, bleiben nicht einfach dem Unterricht fern, sondern treten aktiv für Frieden, für Geld für Bildung und für ihre unmittelbarsten Rechte und ihre Zukunft ein. Setzen Sie sich z.B. dafür ein, dass Arbeiten und Kontrollen auf einen anderen Tag verschoben werden. Auch Lehrer*innen unterstützten den Streik vielfach: Durch Verlegungen von Klausuren, durch Unterstützung bei Repression, durch Thematisierung im Unterricht oder gemeinsame Klassenausflüge zu den Streiks. Vielerorts entstehen auch Elterninitiativen, die die Streiks vor Ort, im Elternbeirat und auf andere Wege unterstützen.